• LE COMTE ORY

    2017

KRITIKEN-SPIEGEL
CAVALLERIA RUSTICANA | BAJAZZO

Erfolg in Klosterneuburg – Cavalleria und Bajazzo im Stiftshof.

… Stift Klosterneuburg – welch einzigartige Kulisse. Eine Atmosphäre wie geschaffen für die Oper. …hier wird oft in besserer Besetzung gespielt als unsere grossen Häuser das zustande bringen. … In Cavalleria Rusticana beeindruckt Sebastian Holecek als sizilianischer Fuhrmann Alfio… Santuzza – eine Partie, die Stella Grigorian überzeugend gestaltet… Eine echte Entdeckung ist die Russin Eugenia Dushina als Nedda. ...Ihm stiehlt man allerdings nicht so schnell die Show: der Georgier Zurab Zurabishvili ist heute einer der besten Canios!

ATV / „Highlights – Das Kulturmagazin“ (17. Juli 2016), Franz Zoglauer

 

Parade-Opern des Verismo

… Im prachtvollen Ambiente des Kaiserhofs von Stift Klosterneuburg begeistert die seit dem Jahr 1890 üblich gewordene Aufführung im Doppelpack. …in einem herrlichen Bühnenbild (Walter Vogelweider). Stella Grigorian sang eine ausgezeichnete Santuzza, mit bewegender Mimik und Gestik. Bruno Ribeiro..sang er eine wunderbare Siciliana und ein Trinklied voller Schmelz und Wohlklang. Stefania Toczyska verkörperte die Mama Lucia mit satter Altstimme. Aufhorchen ließ der warme Mezzosopran von Anna Marshaniya als kokett agierende Lola. …Wirklich beeindruckend dann Pagliacci: Zurab Zurabishvili läuft in der Rolle des Canio zu großer Form auf. Die Szene „Vesti la giubba – ridi Pagliaccio“ geriet zum unbestrittenen Höhepunkt. An seiner Seite spielte und sang Eugenia Dushina eine beeindruckende Nedda. Sie bringt Wärme zum Ausdruck, entfesselt Leidenschaft so plastisch, dass man ihrem Schicksal tatsächlich mit Anteilnahme folgt. Mit überzeugender Phrasierung wartet Clemens Unterreiner im Prolog als Tonio auf. … Sehr gut besetzt war Klemens Sander als warmstimmiger Silvio; Maximilian Mayer überzeugte mit hellem Tenor als Beppo. Christoph Campestrini, die Sinfonietta Baden sowie der Chor der operklosterneuburg und der Kinderchor der Musikschule Klosterneuburg blieben der farbenreichen Partitur Leoncavallos und Mascagnis nichts an durchschlagendem Effekt schuldig. 

KRONENZEITUNG (Printausgabe 11. Juli 2016), Florian Krenstetter

 

Wenn es vor allem um die Stimmen geht

… Und es sind zwei Werke, die den Interpreten sehr viel abverlangen, für die man große Sing-Schauspieler braucht. Die Oper Klosterneuburg…hat heuer echte Kapazunder im Angebot. Und daher funktioniert bereits die „Cavalleria“ sehr gut. … Sängerfest. Bruno Ribeiro..verfügt über einen lyrischen, höhensicheren, zur Dramatik fähigen Tenor, der in Sebastian Holeceks Alfio einen fabelhaften Gegenspieler findet. Holecek spielt und singt diesen gehörnten Ehemann mit sensationeller Intensität; vokal ist der Bariton ohnehin eine Klasse für sich. Als..Santuzza..sorgt Stella Grigorian für starke Momente; ihre Rivalin Lola wird dank der extrem spielfreudigen und sehr verführerischen Anna Marshaniya zu einer veritablen Hauptfigur. … Eine Entdeckung ist „seine“ Nedda: Die russische Sopranistin Eugenia Dushina brilliert als sehr columbinenhafte Fremdgängerin..und holt sich szenisch alles. Dies gilt auch für Clemens Unterreiner, der als Tonio nicht nur im Prolog mächtig auftrumpft, sondern als auch Räder schlagender Intrigant enorme Präsenz zeigt. Klemens Sander als nobler Silvio und Maximilian Mayer als Peppe fügen sich tadellos ein. Ein Sonderlob gebührt der Konzertmeisterin der Sinfonietta Baden, die unter dem Dirigat von Christoph Campestrini für echte Impulse sorgt …

(Bewertung: 4 von möglichen 5 Sternen) 

KURIER (Printausgabe 11. Juli 2016), Peter Jarolin

 

…ein wahres Theaterwunder: Für „Cavalleria Rusticana“ von Pietro Mascagni und „Bajazzo“ von Ruggero Leoncavallo hatte Garschall jeweils fünf Spitzensänger zur Verfügung, die einem den Atem raubten. … Alfio ist kein Geringerer als Sebastian Holecek: baritonal und an Persönlichkeit unschlagbar. Bruno Ribeiro lässt feines Tenormaterial erklingen. Die Damen, stimmlich blendend aufeinander abgestimmt, lassen ebenfalls keinen Wunsch offen… Auch für das packende Drama „Bajazzo“ stehen fünf ideal veranlagte Darsteller zur Verfügung….Als Canio hat Zurab Zurabishvili große Vorbilder nicht zu scheuen, seine Eifersucht ist für jeden Besucher spürbar mitzuerleben… Eine superbe Leistung vollbringt der in Nedda verliebte Tonio: Vom prächtig, fast plakativ gesungenen Prolog über die Intrige gegen Nedda bis hin zum Entsetzen im Finale bietet Clemens Unterreiner eine vielseitig intensive Charaktergestaltung. Die Sinfonietta Baden, der Chor der operklosterneuburg und der Kinderchor der Musikschule liefen unter der in dramatischen und lyrischen Momenten souveränen Leitung des Linzers Christoph Campestrini zur Höchstform auf. …

NEUES VOLKSBLATT (Printausgabe 15. Juli 2016), Ingo Rickl

 

Eugenia Dushina (eine Entdeckung!) als zauberhafte Nedda … (ergreifend: Stella Grigorian)…(feurig: Clemens Unterreiner, flott: Maximilian Mayer)…

Fazit: Liebe, Tod und Tränen am Dorf und bei den Clowns – ganz großes Drama im Doppelpack.

NÖN (Printausgabe 12. Juli 2016), Michaela Fleck

 

„Cavalleria Rusticana“ und „Bajazzo“: Sommerspiele, bei denen tatsächlich die Musik im Vordergrund steht.

…hinreißend aufspielenden Sinfonietta Baden unter Christoph Campestrini…in hörbar akribischer Probenarbeit wurde nicht nur eine Präzision erreicht, wie man sie auch an arrivierten Häusern nicht immer geboten bekommt; mit großer Liebe zum Detail kommen auch Feinheiten der Partituren von Mascagnis „Cavalleria Rusticana“ und Leoncavallos „Bajazzo“ ans Licht, die im veristischen Gefühlsüberschwang der beiden Eifersuchtsdramen oft niedergebügelt werden.

Hohes Niveau auch im Vokalen: … Hier ist es vor allem Stella Grigorian, die (auch szenisch) alles dominiert. Ihr herber Mezzo ist maßgeschneidert für die Partie der Außenseiterin Santuzza,… (Sebastian Holecek als stimmgewaltiger, wenn auch eine Idee zu sympathischer Alfio)…(Eindringlich: Stefania Toczyska)…

Clemens Unterreiners Prachtbariton…mit seinem Prachtbariton und seinem dramatischen Zugriff ist auch er als Tonio eine Idealbesetzung, doch die tenorale Strahlkraft von Zurab Zurabishvili (Canio) und der kraftvolle, aber nie scharfe Sopran von Eugenia Dushina (Nedda) bieten ihm gut Paroli, tadellos auch Klemens Sander als Silvio und Maximilian Mayer als Beppo. Und die Regie? Isabella Gregor tut das Richtige: Sie erzählt die beiden Geschichten, indem sie die Spannungen zwischen den Protagonisten messerscharf herauspräpariert. …

DIE PRESSE (Printausgabe 14. Juli 2016), Helmar Dumbs

 

… I Pagliacci..da gelingt es Regisseurin Isabella Gregor, Leben und wirbelnde Zirkusbuntheit in die Unternehmung zu bringen. Dazu tragen auch die hervorragenden Darsteller der Komödiantentruppe bei,…: Clemens Unterreiner ist ein wohlklingender Tonio mit überbordender Blödellust, Eugenia Dushina eine liebreizende Nedda mit frechem, lebendigem Sopran und Maximilian Mayer (Beppo) ein Harlekin mit Spielfreude und herzerwärmend positiver Ausstrahlung. … Stella Grigorian ist eine leidenschaftliche Santuzza… Die Sinfonietta Baden klingt im offenen Innenhof weich und silberzart,… Allgemeine Begeisterung in der lauen Premierennacht. … 

DER STANDARD (Printausgabe 11. Juli 2016), Stefan Ender

 

… hervorragende Sinfonietta Baden…Aber so differenziert und dermaßen genau ausbalanciert mit den metallischen Farben, die von Anfang an dunkel und bedrohlich leuchten,..hört man das selten. Die letzten Takte knüppeln den Zuschauer nieder – und reißen ihm den Applaus aus den Händen. „Cavalleria Rusticana“ ist vor allem die Stunde von Stella Grigorian als leidenschaftlich liebender Santuzza. … Sebastian Holecek trumpft als Alfio auf, Anna Marshaniya ist eine Lola mit toller Bühnenerscheinung und leuchtendem Sopran,… Regisseurin Isabella Gregor…Im Bajazzo entfesselt sie dann einen veritablen Bühnenzauber – und doch sind es ihre psychologischen Details, die am meisten einnehmen. Etwa, wie sich Clemens Unterreiner als Tonio vom tumben rad- und trommelschlagenden Komödianten zum Intrigendämon entwickelt; oder, wie Eugenia Dushina als Nedda weniger um Liebe als um Selbstachtung kämpft (und übrigens das Vogellied hinreißend singt) – das ist großartig! Zurab Zurabishvili zeigt, wie Canio allmählich von Eifersucht aufgefressen wird: Sympathien für einen Totschläger sind da nicht nur wegen dieses Pracht-Tenors erlaubt! … Die herrliche Atmosphäre einer Freiluftaufführung verbindet sich mit musikalischer Qualität auf internationalem Niveau!

(Bewertung: 4 von möglichen 5 Sternen)       

WIENER ZEITUNG (Printausgabe 12. Juli 2016), Edwin Baumgartner

 

VON DER LAVA DER LEIDENSCHAFT: CAVALLERIA RUSTICANA UND BAJAZZO ALS PACKENDES OPERNDUO IN KLOSTERNEUBURG

… Und die Produktion im Kaiserhof des Barockstiftes ist ein voller Erfolg. Eine ausgezeichnete Besetzung und ein stimmiges semiaktuelles Regiekonzept von Isabella Gregor (Bühne Walter Vogelweider, Kostüme Andrea Hölzl) vermittelt die zeitlose Aktualität der beiden Hauptwerke des Verismus. … Klosterneuburg bietet exzellente Sänger… Die Santuzza wird von der Georgierin Stella Grigorian dargestellt…Ihre Santuzza – die sie erstmals sang – geht unter die Haut: in der Arie, in den Ensembles vermittelt sie Mitleid und zugleich rasende Eifersucht….alles in allem – ein gelungenes Rollendebüt. … Bruno Ribeiro sehr glaubhaft…Jung, fesch mit tollen Spitzentönen. … Großartig auch Sebastian Holecek als „gehörnter  Ehemann“. Diese Rolle braucht vor allem unerschöpfliches Material – er hat genug davon. Ein wahrer Belcanto-Heldenbariton! Eine Luxusbesetzung auch für Lola und Mama Lucia: Anna Marshaniya..wertet die laszive Lola auf..eine Karriere ist vorprogrammiert. Stefania Toczyska..sie ist eine starke Mama Lucia, vergleichbar mit einer Astrid Varnay oder Margarita Lilowa.

…Clemens Unterreiner verströmt Wohlklang..und vermittelt die Botschaft des Stückes: es ist mit Herzblut geschrieben. … „I Pagliacci“ steht und fällt mit dem Titelhelden. In Klosterneuburg steht ein großartiger Canio zur Verfügung: Zurab Zurabishvili aus Georgien schöpft aus dem Vollen: sein schlanker, metallischer Tenor versteht Gefühle zu transportieren: Vesti la Giubba und das Finale werden so zu Höhepunkten einer Vorstellung… Grandios auch seine Nedda der Russin Eugenia Dushina. Sie verfügt über die Koloratur-Leichtigkeit für die Freiheitsträume des „Vogelliedes“ und sie entwickelt im Finale fast hochdramatische Kräfte. Und im Duett mit dem Liebhaber ist sie innig und lyrisch. …der Österreicher Klemens Sander  verkörpert einen virilen Silvio, der mit einer eher dunklen Bariton-Stimme alle Klippen der Partitur souverän meistert und der Deutsche Maximilian Mayer ist ein köstlicher Clown Beppo.

… Zuletzt mit Recht großer Jubel.  

DER NEUE MERKER online (10. Juli 2016), Peter Dusek