• LA FORZA DEL DESTINO 

    2020

KRITIKENSPIEGEL
LES CONTES D’HOFFMANN

Staatsopernreif: "Hoffmanns Erzählungen" in Klosterneuburg

Diabolischer Charme, affige Gesellschaft: Ein Fest für Augen und Ohren - Daniela Fally, Clemens Unterreiner und Margarita Gritskova in Hochform

Populäre Oper (Hoffmanns Erzählungen), prächtiges Ambiente (Kaiserhof des Augustiner-Chorherrenstifts) und staatsopernreife Besetzung: Bei der diesjährigen Produktion der "operklosterneuburg" konnte kaum etwas schiefgehen. (…) diesmal in der einfallsreichen, aufwendigen Inszenierung von Francois de Carpentries und mit absolutem Luxus-Cast: Daniela Fally als wunderbare fragile Puppe Olympia wurde zu Recht heftig akklamiert, Clemens Unterreiner (Bösewichter) bringt mit sichtlicher Spielfreude diabolischen Charme und perfekte stimmliche Qualität ein, Margarita Gritskova ist eine Muse von hohem musikalischen Rang und attraktiver Ausstrahlung (…)

APA (07. Juli 2019), Ewald Baringer

 

(…) Hervorragende Solisten, spannende Inszenierung, präzises und sauber spielendes Orchester, stimmiges Bühnenbild, gut geleiteter Chor, ein Musiktheaterpublikum, welches bereit ist, sich auf Neues einzulassen: Das sind die Ingredienzien, die es für einen perfekten Opernabend braucht. Wie hier der operklosterneuburg. (…) Zurab Zurabishvili ist Hoffmann, er spielt die Geschichte glaubwürdig und zwingend: makellos! Als ausgezeichneten Lindorf, Coppelius, Miracle und Dapertutto hörte man Clemens Unterreiner. (…) Margarita Gritskova als Muse und Nicklausse gab diese eher unscheinbare, aber zwiespältige, schwierige Rolle mit Bravour. Als Olympia erlebte man eine atemberaubende Daniela Fally, die den Olympia-Akt spielend dominierte, sowohl gesanglich als auch schauspielerisch. (…) Unter Christoph Campestrini musizierte die Beethoven Philharmonie mit viel Spielfreude. (…)

KRONEN ZEITUNG (Printausgabe 08. Juli 2019), Florian Krenstetter

 

Fantasievoll, atmosphärisch stimmig und sehr klug: „Hoffmanns Erzählungen“ im Stift Klosterneuburg

Ein starkes Gesamtpaket aus schönen Einzelteilen

(…) Mit Regisseur Francois de Carpentries hat man wieder einen ideenreichen Vollprofi, der in Hans Kudlichs sehr praktikablem Bühnenbild die Geschichte rund um den Dichter Hoffmann und seine gescheiterten Frauenabenteuer mit Witz und Dämonie erzählt. (…) So ist Daniela Fally eine ausgezeichnete Olympia mit allen geforderten Koloraturen und großer Spielfreude, so lässt Florina Ilie als berührende Antonia mit ihrem schönen Sopran aufhorchen, so ist Eugenia Dushina eine tadellose Giulietta. Eine pure Freude: Margarita Gritskova als hier zurecht aufgewertete intensive Muse/Nicklausse. (…)

(4 Kurier-Sterne von 5)

KURIER (Printausgabe 08. Juli 2019), Peter Jarolin

 

(…) (teuflisch gut: Clemens Unterreiner) (…) Zum Weinen: Florina Ilies Antonia, zum Verfallen: Eugenia Dushinas Giulietta, zum Niederknien: Daniela Fallys Olympia.

Fazit: Ein Dichterleben wie ein Kostümfilm – prächtig, poetisch, phantastisch.

NÖN (Printausgabe 09. Juli 2019), Michaela Fleck

 

(…)  Im Kaiserhof wurde bei der Premiere eine spektakuläre, rundum gelungene Inszenierung bejubelt

Es war ein prachtvoller Premierenabend: Im Kaiserhof des Chorherrenstifts ist am Samstagabend die Oper „Les Contes d‘ Hoffmann – Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach, dessen Geburtstag sich vor wenigen Tagen zum 200. Mal jährte, über die spektakuläre Bühne gegangen– in französischer Sprache und mit deutschen Texteinblendungen.

(…) Gesprächsstoff bildete – neben den sängerischen Glanzleistungen des hochkarätigen Ensembles und der beeindruckenden Inszenierung von Regisseur Francois de Carpentries – natürlich das verblüffend vielgestaltige Bühnenbild von Hans Kudlich, das sich von Akt zu Akt verwandelte und dem Geschehen auf diese Weise den jeweils passenden Raum bot. Auch die fantasievollen Kostüme von Karine van Hercke und die Masken (Csilla Domjan) trugen zur optischen Opulenz bei. (…) Unbedingt ins allgemeine Lob einzubeziehen ist auch die Beethoven Philharmonie unter der bewährt sorgfältigen Leitung von Christoph Campestrini. (…) Lukas Siman ist die effektvolle Lichtregie zu verdanken.

NÖN Klosterneuburg (Printausgabe 10. Juli 2019), Ewald Baringer

 

(…) „Hoffmanns Erzählungen“ als gelungene Hommage zum 200. Geburtstag Offenbachs.

(…) Zurab Zurabishvili brillierte (…) mit tenoralem Glanz und sicheren Höhen in der Titelpartie. (…) Margarita Gritskova bei ihrem Rollendebüt die Gelegenheit gab, mit sicherer Mittellage und Tiefe, aber auch mit strahlender Höhe und ausgeprägter Spielfreude zu punkten. Ebenfalls sein Rollendebüt feierte Clemens Unterreiner. Bekannt für seine Spielfreudigkeit, ließ er vom dämonischen Gelächter bis zu furchterregenden Blicken kaum ein Attribut für die Rollen der Bösewichte fehlen (…) Köstlich skurril Daniela Fallys Olympia: Seit Jahren gefeierter Star des Opernfestivals (…) Eugenia Dushina spielte als Giulietta die Zerrissenheit der Venezianischen Kurtisane effektsicher aus. Die verführerischen Töne ihres weichen, hell timbrierten Soprans bezauberten nicht nur ihren Hoffmann. Nicht minder überzeugend die Antonia Florina Ilies, in deren noblem Stimmtimbre lyrische Versunkenheit, aber auch verzweifelte Seelenpein mitschwang. Tadellos besetzt sind die kleineren Rollen, Regine Hangler als Antonias Mutter, Martin Mairinger als Spalanzani und Nathanaël, Horst Lamnek als Luther und Crespel, Lukas Johan als Hermann und Schlemihl. Christoph Campestrini waltete am Pult der bestens disponierten Beethoven Philharmonie (…)

DIE PRESSE (Printausgabe 08. Juli 2019), Josef Schmitt

 

(...) das spektakuläre Bühnenbild von Hans Kudlich (…) Die Kronen des Abends für Fally und Gritskova. (…) bietet Daniela Fally in der wohl wirksamsten Szene der Oper, Olympias Puppen-Arie, eine Bravourleistung. (…) Florina Ilie als Antonia und Eugenia Dushina als Giulietta als präzise agierende Protagonistinnen erwähnen (…)

OÖ VOLKSBLATT (Printausgabe 09. Juli 2019), Ingo Rickl

 

(…) Daniela Fally meistert die eckige Choreographie witzig und singt die gewaltige Partie mit imposanter Leichtigkeit. (…) Eine runde Opernsache. (…) hohen musikalischen Niveau. (…) Mitverantwortlich dafür ist die profunde Margarita Gritskova. (…) Fundament waren aber Dirigent Christoph Campestrini und die Beethoven Philharmonie. Edler Klang, hohes Engagement und gute Reflexe (…)

DER STANDARD (Printausgabe 09. Juli 2019), Ljubisa Tosic

 

Hoffmanns Triumph bei der Oper Klosterneuburg 

Dirigent Christoph Campestrini und Regisseur François de Carpentries sorgen für fulminanten Offenbach.

Wieder einmal ist "Oper Klosterneuburg" die geradlinige Fortsetzung der Staats- und Volksopernsaison in den Sommer hinein. (…) Und die Aufführung von Jacques Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen" kann sich sehen und hören lassen. Regisseur François de Carpentries bleibt angenehm nahe an der Handlung, dennoch kann von altmodisch keine Rede sein. Er schickt seinen Hoffmann auf eine Art Zeitreise von der Gegenwart ins 18. Jahrhundert und dann Schritt für Schritt wieder zurück. Glänzend! Weil diese Idee in das Hoffmann-Universum passt. Obendrein hat Carpentries eine Hand für die unheimliche Groteske. Der Olympia-Akt mit seinen unheimlichen Menschenautomaten und einer schockierenden Zertrümmerung der Olympia sucht seinesgleichen. Im Antonia-Akt ist die Erscheinung der Mutter von bizarrer Dämonie, den Venedig-Akt beherrscht eine riesige Spiegelwand, die mit ihren dunklen Reflexionen Schauer über den Rücken jagt. Hans Kudlich hat in seinen Bühnenbildern ganze Arbeit geleistet, Karine van Hercke setzt mit ihren bizarren Kostümen Akzente. (…) Campestrini die Möglichkeit, die Intensität beharrlich zu steigern. Seine besessene Arbeit an Phrasierung, Rhythmus und instrumentaler Balance zahlt sich aus. Viele Nuancen der Partitur, ihre Abstiege in Bereiche des Unheimlichen und der Schilderung des Grausamen, meint man zum ersten Mal zu hören. Die dunkel leuchtenden Farben und die scharfkonturierten Details liefert ihm die Beethoven Philharmonie (…) Makelloses Ensemble. Apropos: Zurab Zurabishvili ist ein großartiger Hoffmann, dem man Verzweiflung und Leidenschaft glaubt. Clemens Unterreiner verleiht den Bösewichten etwas Mephistophelisches, seine Spiegelarie ist ein Höhepunkt in der Verschmelzung von Schönheit und Dämonie. Hinreißend die Frauenrollen: Daniela Fally als groteske Olympia mit makellosen Koloraturen, Florina Ilie, die sich mit leuchtendem Sopran als Antonia zu Tode singt, und vor allem Eugenia Dushina, die als Giulietta Dekadenz und Verführung perfekt verkörpert. Margarita Gritskova als Nicklausse - da versteht man, dass in der Klosterneuburger Fassung diese Rolle aufgewertet ist, vielleicht auch, weil die Muse diesmal eine zwielichtigere Rolle spielen darf, als man es gewohnt ist. Regine Hangler (Antonias Mutter), Martin Mairinger (Spalanzani), Horst Lamnek (Crespel), Thomas Glenn (Cochenille und andere Rollen) komplettieren das Ensemble auf denkbar hohem Niveau. Lukas Johans Hermann und Schlemihl machen auf einen Sängerdarsteller von Format aufmerksam. Womit "Oper Klosterneuburg" eine Modellaufführung in den Kaiserhof hievt: Nicht nur eine, die zeigt, wie Sommeroper aussehen kann, sondern vor allem eine, die zeigt, wie "Hoffmanns Erzählungen" gelingen kann.

WIENER ZEITUNG (Printausgabe 09. Juli 2019), Edwin Baumgartner