• LE COMTE ORY

    2017

INHALTSANGABE
LE COMTE ORY

1. Akt

Der berüchtigte liebestolle Graf Ory hat es auf die verwitwete Gräfin Adèle abgesehen. Diese lebt mit ihren Damen zurückgezogen auf dem Schloss Formoutier, das Keuschheitsgelübde wahrend bis ihr Bruder und die Männer aus dem Krieg heimkehren. Um sich ihr zu nähern, lässt sich Ory als Eremit verkleidet im nahegelegenen Dorf nieder. Sein Freund Raimbaud kündet den Dorfbewohnern von dem weisen Manne, der den Mädchen etwa verraten könne, wen sie einst heiraten werden. Auch Ragonde, die Pförtnerin Formoutiers, ist unter ihnen, möchte sie doch die verwitwete Gräfin von ihrem Kummer befreien.
Auf der Suche nach Ory, der den väterlichen Hof unerlaubt verlassen hatte, finden sich sein Erzieher sowie sein Page Isolier in dem Dorf ein. Isolier, ein Cousin der Gräfin, ist ebenfalls in diese verliebt und bittet den Eremiten um Rat, wie das Herz einer so tugendhaften Dame zu gewinnen sei. Ory imponiert die kühne Idee seines Pagen, sich als Pilgerin verkleidet Zutritt in das Schloss zu verschaffen.
Endlich sucht auch die Gräfin den Eremiten auf, der sie – nicht uneigennützig – von dem Eid ewiger Witwenschaft befreit. Sie lädt ihn und sein Gefolge auf ihr Schloss ein. Auf dem Weg jedoch treffen sie den Erzieher, der Ory sogleich enttarnt.
Bestürzt über die wahre Identität des vermeintlichen Wohltäters, vernehmen die Damen erleichtert die Botschaft Ragondes, dass der Krieg zu Ende sei und die Männer bereits in zwei Tagen heimkehrten. Ory schwört Rache für den vereitelten Plan, bleibt ihm doch schließlich noch ein Tag…

 

2. Akt

Die sich wieder in Sicherheit wähnenden Damen empören sich über den dreisten Plan Orys, als sie flehende Stimmen hören: Einige Pilgerinnen suchen Zuflucht im Schlosse – nicht vor dem heftigen Unwetter, sondern vor dem lüsternen Graf und seinen Rittern. Niemand geringerer als diese selbst halten sich jedoch unter den Kutten versteckt. Nach gewährter Obdach feiern die Männer den geglückten Streich bald heimlich bei einem Weingelage.
Da trifft Isolier mit einer wichtigen Nachricht ein: Die Heimkehr der Ehemänner stünde bereits um Mitternacht bevor. Als Isolier von den beherbergten Pilgerinnen erfährt, wird sein Verdacht schnell Gewissheit, und er eröffnet den entsetzten Damen, wen sie in Wahrheit beherbergt haben.
Isolier legt rasch den Schleier der Gräfin an, da sich Ory im Dunkeln nähert. Dieser fällt vor der vermeintlichen Gräfin auf die Knie und gesteht seine Liebe. Als er den Pagen erkennt, beginnt er ihm heftig zu drohen, doch sogleich wird ihm die eigene missliche Lage bewusst. Um dem Zorn der Männer, darunter auch Orys Vater, zu entgehen, flüchten die Eindringlinge im letzten Moment durch einen Geheimgang. Die so gleichfalls vor Entehrung bewahrten Damen fallen ihren Männern in die Arme, gemeinsam stimmen sie eine Hymne auf die Macht ehelicher Liebe und ruhmreiche Taten an.